Chinesischer Biotechnologie-Investor VIROAD übernimmt GILUPI

Chinesischer Biotechnologie-Investor VIROAD übernimmt GILUPI

Die Investoren AURELIA, High-Tech Gründerfonds (HTGF), KfW, ILB, der Risikokapitalfonds der Sparkassen des Landes Brandenburg und Business Angels veräußern ihre Anteile an der GILUPI GmbH – ein Unternehmen der therapiebegleitenden Krebsdiagnostik aus Potsdam - an den strategischen Partner VIROAD. Damit erhält GILUPI die Möglichkeit, die Entwicklung ihrer Medizinprodukte fortzuführen und ihre Produktpalette durch in-vitro Diagnostika zu diversifizieren. Gleichzeitig ermöglicht die Transaktion dem jungen Biotechnologieunternehmen den Zutritt zum attraktiven chinesischen Markt.

Potsdam / Bonn, den 14. Dezember 2016

VIROAD ist bereits seit Dezember 2012 strategischer Partner, größter Investor und Gesellschafter der GILUPI. Der chinesische Investor hat langjährige Erfahrungen bei der Zulassung von Medizinprodukten. Das Zulassungsverfahren inklusive der dazu gehörigen klinischen Studien für den GILUPI CellCollector® hat in China bereits begonnen. Der GILUPI CellCollector® dient der Gewinnung von kompletten zirkulierenden Tumorzellen (CTC) – der sogenannten Flüssigbiopsie bzw. „liquid biopsy“. Um dem Unternehmen eine gesicherte Zukunft und Wachstumsperspektiven in internationalen Märkten zu geben, übernimmt VIROAD nun sämtliche Unternehmensanteile. Die Investoren, die GILUPI seit 2006 finanziell und unternehmerisch begleiten, freuen sich über den attraktiven Exit. Der HTGF, der als Seedinvestor den Start der GILUPI ermöglichte, hebt hervor, dass „durch das chinesische Engagement auch der Standort in Deutschland gestärkt und ausgebaut wird. VIROAD möchte die Produkte in China vertreiben, benötigt aber den deutschen Standort für die Weiterentwicklung und das Europageschäft“, so Dr. Michael Brandkamp, Geschäftsführer des HTGF.

Der GILUPI-Geschäftsführer Dr. Jens Pfannkuche ist überzeugt, dass das Unternehmen jetzt seine vielversprechende Technologie und weitere Diagnostikprodukte vor allem in Europa und Asien vermarkten kann: „Die prädiktive und therapiebegleitende Diagnostik wird im Bereich der Onkologie immer wichtiger, da es vielfältige Therapieoptionen und Medikamente gibt. Gemeinsam mit VIROAD können wir nun einen zügigen Marktzugang in China neben den Kernmärkten Europas umsetzten. Unser derzeitiger Schwerpunkt liegt auf den Möglichkeiten der Zellzählung als prognostischer Biomarker in den wesentlichen onkologischen Indikationen. Und wir arbeiten derzeit an molekularen Testverfahren, um genetische Veränderungen auf Ebene der DNA und RNA in den CTC für therapieentscheidende Maßnahmen v.a. im nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) zu identifizieren. Die leichtere Verfügbarkeit von CTC aus dem Blutstrom -im Vergleich zur Gewebsbiopsie- insbesondere zum Nachweis von Resistenzmutationen lässt die sogenannte „Liquid Biopsy“ attraktiv erscheinen.“

Xu Baozhi, General Manager des chinesischen Medizintechnikkonzerns VIROAD, hebt hervor: „Die Produkte der GILUPI stoßen in unserem chinesischen Markt auf eine große Nachfrage. Die Bevölkerung in unserem Land wird immer älter und der Markt für die Diagnostik wächst dynamisch. Wir freuen uns daher die Zusammenarbeit mit unserem deutschen Partner ausbauen zu können.“

 

Über die GILUPI GmbH

Die 2006 gegründete GILUPI GmbH, mit Sitz im Technologiepark Potsdam Hermannswerder, entwickelt einen bereits patentierten medizinischen Detektor, den GILUPI CellCollector®. Der GILUPI CellCollector® besteht aus einem dünnen, goldbeschichteten Edelstahldraht. Dieser ist mit einem biokompatiblen Hydrogel beschichtet, an dem Antikörper gebunden sind, welche spezifisch gegen Oberflächenproteine von CTC gerichtet sind. Strömt eine CTC an dem GILUPI CellCollector® vorbei, binden diese an den Antikörpern und werden so aus dem Blut des Patienten zur weiteren Diagnostik isoliert. Weitere Informationen unter www.gilupi.com

Über die AURELIA Technologie-Fonds I
AURELIA Technologie-Fonds I mit Sitz in Frankfurt am Main beteiligt sich an innovativen Technologieunternehmen in Deutschland. In den Bereichen Medien, Telekommunikationstechnologie, IT, Life Sciences und Industry investiert die Gesellschaft in Unternehmen, die von einem ausgezeichneten Management geführt werden und über Produkte mit eindeutigen Wettbewerbsvorteilen verfügen. Weitere Informationen unter www.aurelia-pe.de

Über die BC Brandenburg Capital GmbH
Die BC Brandenburg Capital GmbH (BC) ist Holdinggesellschaft verschiedener Beteiligungsfonds. Als Tochtergesellschaft der Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) und Beteiligung der tbg Technologie-Beteiligungs-Gesellschaft mbH der KfW unterstützt die BC wachstums- und innovationsorientierte kleine und mittelständisch geprägte Unternehmen mit Sitz und/oder Betriebsstätte in Brandenburg bei der Finanzierung aller Phasen der Unternehmensentwicklung. Die der BC zugeordneten sechs Venture Capital-Fonds sind mit einem Gesamtvolumen von 150 Millionen Euro mit sowohl öffentlichem als auch privatem Kapital ausgestattet. Für Neuinvestitionen steht derzeit neben dem Risikokapitalfonds der Sparkassen des Landes Brandenburg (S-UBG) insbesondere der BFB Wachstumsfonds Brandenburg zur Verfügung. Die Mittel der Fondsgesellschaften  BFB BeteiligungsFonds Brandenburg GmbH und der BFB Wachstumsfonds Brandenburg GmbH werden zu 75 Prozent aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) und zu 25 Prozent aus Mitteln des Ministeriums für Wirtschaft und Europaangelegenheiten des Landes Brandenburg bereitgestellt. Weitere Informationen: www.bc-capital.de und www.ilb.de

Über die KfW Bankengruppe
Die KfW-Bankengruppe gibt weltweit Impulse für Wirtschaft, Gesellschaft und Ökologie. Als Förderbank, die im Eigentum von Bund und Ländern steht, unterstützt sie die nachhaltige Verbesserung der wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Lebens- und Wirtschaftsbedingungen etwa in den Bereichen Mittelstand, Existenzgründung, Umweltschutz, Wohnungswirtschaft, Infrastruktur, Bildungsförderung, Projekt- und Exportfinanzierung oder Entwicklungszusammenarbeit. Weitere Informationen erhalten Sie unter www.kfw.de

Über den High-Tech Gründerfonds
Der High-Tech Gründerfonds investiert Risikokapital in junge, chancenreiche Technologie-Unternehmen, die vielversprechende Forschungsergebnisse unternehmerisch umsetzen. Mit Hilfe der Seedfinanzierung sollen die Start-Ups das F&E-Vorhaben bis zur Bereitstellung eines Prototypen bzw. eines „Proof of Concept“ oder zur Markteinführung führen. Der Fonds beteiligt sich initial mit 600.000 Euro; insgesamt stehen bis zu 2 Millionen Euro pro Unternehmen zur Verfügung. Investoren der Public-Private-Partnership sind das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, die KfW Bankengruppe sowie die 18 Wirtschaftsunternehmen ALTANA, BASF, Bayer, B. Braun, Robert Bosch, CEWE, Daimler, Deutsche Post DHL, Deutsche Telekom, Evonik, Innogy, Lanxess, media + more venture Beteiligungs GmbH & Co. KG, METRO, Qiagen, SAP, Tengelmann und Carl Zeiss. Der High-Tech Gründerfonds verfügt insgesamt über ein Fondsvolumen von rund 576 Mio. EUR (272 Mio. EUR Fonds I und 304 Mio. EUR Fonds II).